Schubartpreisträgerin Katja Petrowskaja zu Besuch in Aalen

Am 15. März verlieh die Stadt zum 30. Mal feierlich den Schubart-Literaturpreis an Katja Petrowskaja. Oberbürgermeister Thilo Rentschler hieß nun die gebürtige Ukrainerin am Samstag, 18. September in der Spielstätte des Theaters der Stadt Aalen im Wi.Z zum literarischen Abend herzlich willkommen.

Die Literaturpreisträgerin Katja Petrowskaja hat sich ins goldene Buch der Stadt Aalen eingetragen.
Die Literaturpreisträgerin Katja Petrowskaja hat sich ins goldene Buch der Stadt Aalen eingetragen. (© Stadt Aalen)

„Es hat auch etwas Gutes, sich in Geduld üben zu müssen, wenn man eine Autorin kennenlernen möchte, und wenn man deren Texte im Originalton hören möchte“, sagte der Oberbürgermeister bei seiner Begrüßung und gratulierte der Preisträgerin auch im Namen des Gemeinderats nochmals herzlich zur Auszeichnung.

Die Literaturkritikerin Verena Auffermann, Mitglied der Schubart-Jury, sprach mit der Preisträgerin über ihr Buch und ihre Vorfahren, deren Geschichte wunderbar elegant und vielschichtig im Buch erzählt werden. Das Publikum ließ sich vom Charme Katja Petrowskajas bezaubern und hörte ihr gespannt zu, als sie zwei Kapitel ihres preisgekrönten Buches „Vielleicht Esther“ vorlas.

Deutsch sei nicht ihre Muttersprache, sie sei erst vor 18 Jahren nach Deutschland gekommen und Deutsch sei für sie immer noch Fremdsprache, bekannte die Preisträgerin. Aber - „Man bekommt mehr Lust, wenn es schwierig ist.“ sagte die 45-jährige lachend.

Auffermann verstand es die Intention der Autorin durch behutsame Fragen verständlicher zu machen. Das Publikum bekam einen Einblick in die mögliche Lebensgeschichte der Urgroßmutter der Autorin, die „Vielleicht“ – Esther geheißen hat – so genau weiß sie das nicht. Und die Vorfahren Petrowskajas haben ein aufregendes Leben geführt. Sie waren noch bis zur Generation der Mutter der Autorin als Lehrer für Taubstumme tätig.

Heute bekommt Petrowskaja für ihre Werke namhafte Preise, aber das sei ihr fast unheimlich, bekannte sie bescheiden, als sie auf die zahlreichen Auszeichnungen, wie Ingeborg-Bachmann-Preis oder Aspekte-Förderpreis, angesprochen wurde.

Am Ende des literarischen Abends erfüllte die Schubart-Preisträgerin geduldig alle Signierwünsche und trug sich auch in das Goldene Buch der Stadt ein.

Am 1. März 2016 wird das Theater der Stadt Aalen einen literarischen Abend mit Texten aus „Vielleicht Esther“ gestalten, musikalisch begleitet von Bernd Schmitt und Ralf Eisler. Die Dramaturgie stammt von Tina Brüggemann.

© Stadt Aalen, 23.09.2015